Kinder & Jugendliche
(ab 5 Jahren)

 

Was unterscheidet ein hochsensitives Kind von einem Normalsensitiven?

HS Kind/Jugendlicher - Abkürzung für Hochsensitives Kind/Jugendlicher

Seine Wahrnehmung ist differenzierter als dies durchschnittlich der Fall ist. Diese Kinder nehmen weitaus mehr subtile Information auf als normalsensitive Kinder.

Welche und wie viele Sinnesorgane bei einem Kind sensitiver ausgeprägt sind, ist unterschiedlich.

Für ein HS Kind mit einem sehr sensitiven Gehör stellt ein Schultag mit der dauernden Geräuschkulisse von 20 Kindern in der Klasse, der stündlichen Schulglocke, dem noch größeren Lärm am Pausenhof, und dem anschließenden Nachhauseweg mit hupenden Autos, Martinshorn heulenden Einsatzfahrzeugen etc. eine enorme Herausforderung dar.

Auch einem HS Kind mit sehr feinem Sehsinn, das den ganzen Tag in einem grell beleuchteten Klassenraum sitzt, wenig weiches Tageslicht in den Pausen bekommt und zudem wie heut so oft der Fall ist, auch noch viele Stunden vorm Computer sitzt, kann ein ganz normaler Schulalltag zum Horroralltag werden.

Oben genannte Beispiele verdeutlichen mit welch enormer Belastung und somit Stressfaktoren sich ein HS Kind tagtäglich auseinandersetzen muss. Diese Faktoren fördern innerlichen Stress, welcher zu Konzentrationsschwierigkeiten und Schlafverlust führen und folglich natürlich das Immunsystem angreifen kann.

HS Kinder/Teenager reflektieren zudem sehr gründlich und nehmen auch auf der Gefühlsebene intensiver wahr.

Zudem sind HS Kinder/Teenager sehr gerechtigkeitsliebend und harmoniebedürftig.

Ein HS Kind nimmt ein Streit mit einem Freund viel mehr mit als ein normalsensitives Kind. Es fühlt den Schmerz oder die Verletzung, die durch den Streit ausgelöst wurde, viel intensiver und wird alles daransetzen um wieder Harmonie und eine Lösung für das Problem zu finden.

Elaine Aron, die Mutter der Hochsensitivität, drückte es einmal so ähnlich aus: "Es ist, als hätte die Natur diesen Kindern ein komplexeres Denksystem "installiert", so dass es mehr Zeit braucht, die dazugehörige "Gebrauchsanweisung" zu studieren."

Darum birgt das ständige "auf Draht Sein" des hochsensitiven Nerven- und Wahrnehmungssystems aber auch die Gefahr einer Überforderung und Überreizung.

Ein hochsensitives Kind muss eine viel höhere Anpassungs- und Denkleistung vollbringen als ein normalsensibles, um seine vielschichtigen Wahrnehmungen und Gefühle zu "verdauen" und einzuordnen - und zwischen wichtiger und unwichtiger Information zu unterscheiden.

Extrovertierte hochsensitive Kinder lieben es unter anderen Kindern zu sein. Sie suchen regelrecht den Kontakt zu anderen, obwohl sie zu viel Trubel auch rasch überfordern kann.

Die Kinder brauchen dann immer wieder genug Rückzug und Freiraum um sich wieder zu erholen.

 

Ein erzieherisches Umfeld, das nicht über Hochsensitivität informiert ist, bewertet ein Kind schnell einmal als langsam, zurückhaltend, hyperaktiv - oder (im Zustand der Überreizung) als unkonzentriert, aufbrausend oder unbeherrscht, vielleicht auch als zu schüchtern oder zu wenig sozial...Dies sind meistens Folge-Verhaltensweisen nachdem die Überstimulation passiert ist.

Ein hochsensitives Kind, dessen spezielle Wahrnehmungsweise erkannt und gefördert wird, braucht zu Beginn besondere Aufmerksamkeit, damit es lernen kann, mit seiner Veranlagung selbstbewusst umzugehen. Erfährt es diese Sorgfalt, wird es ernst genommen und unterstützt, kann sich das HS Kind positiv und kraftvoll entwickeln und mit seinen speziellen Gaben eine Bereicherung für sein soziales Umfeld werden.

Je selbstverständlicher und respektierter ein hochsensitives Kind aufwachsen darf, umso selbstbewusster und kraftvoller wird es einmal sein sensitives Potenzial leben.

 

 

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