Das wichtigste Instrument beim Kennenlernen des Babys ist die sorgfältige Beobachtung.

Wir wissen z.B., dass Weinen die zentrale Ausdrucksweise eines Babys ist. Doch wissen wir noch nicht genau, aus welchem Grund es weint. Das Baby kann Hunger oder eine nasse Windel haben oder aber auch nur den Schnuller brauchen, damit es wieder beruhigt ist.

Vielleicht ist das Kind aber auch überreizt, oder es ist ihm langweilig, vielleicht fühlt es sich aus irgendeinem Grund nicht wohl oder muss einfach Stress abbauen und dies ausdrücken.

Es ist nicht klar erwiesen ob sich eine hochsensitive Veranlagung schon im frühen Säuglingsalter nachweisen lässt. Eine eindeutige Erkennungsmethode gibt es - nach Wissenschaft - noch nicht.

Viele Kinder - ob hochsensitiv oder nicht - brauchen zu Beginn des Lebens viel Zeit, um sich auf das Leben "draußen" um- und einzustellen, darum muss z.B. auch häufiges Schreien kein Zeichen für Hochsensitivität sein.

Jedoch zählen zu den möglichen Gründen bei „Schreibabys“ – auch Reizüberflutung, Stress, Konflikte, Ängste und Depressionen in einer Familie etc.

Vor allem „Reizüberflutung“ lassen auf das Thema „Hochsensitivität“ zurückführen.

Ebenfalls wurde festgestellt, dass eventuell erhöhte Aufmerksamkeit des Babys, ein Anzeichen für Hochsensibilität sein könnte.

  • Babys, die man aufgrund ihrer hohen Aufmerksamkeit schon mit ein paar Wochen/Monaten älter schätzt als sie sind.
  • Babys, die Eltern mehr fordern, da sie nicht den ganzen Tag verschlafen, sondern die Welt bereits mit wenigen Monaten er kundschaften wollen.

Und bei diesem Punkt komme ich wieder zurück wie wichtig der Schutz vor Überreizung bei den kleinen Helden ist.

 

Auch wenn Eltern noch nicht hundertprozentig wissen, ob ihr Baby hochsensitiv ist, so schadet es keinem, wenn es vor zu vielen Einflüssen und Reizen geschützt wird.

Alle Eltern lieben ihre Kinder! Ausnahmslos! Alle Eltern wollen ihr Kind in der Entwicklung unterstützen und fördern, um es auf das heutige doch sehr stressige, schnelllebige Leben gut vorzubereiten.

Doch oftmals passiert dann unbewusst genau das Gegenteil, nämlich, dass das Baby/Kleinkind überfordert wird.

Es braucht nicht zehn Spielsachen zur Auswahl und dazu möglichst noch Hintergrundmusik oder Fernsehen. Es braucht

 

 

 

auch nicht so viel "Action", wie wir vielleicht denken, nicht zu viele Veränderungen, Besuche, Ausflüge...

Es muss zuerst einmal "ankommen"!

Natürlich ist Stimulation, gerade bei hochsensitiven Babys notwendig für seine Entwicklung. Dabei ist es wichtig sorgfältig zu beobachten, wo die Grenzen des Kindes sind.

Wo also die Gefahr besteht, dass aus gesunden Anreizen ungesunde Überreizung wird.

Neuere Untersuchungen zeigen, dass eine erhöhte Anfälligkeit für Stress häufig auf negative Einflüsse in der Säuglingszeit zurückgeführt werden kann.

Umso wichtiger ist es für hochsensitive Babys, die von Natur aus stressanfälliger sind, sorgfältig darauf zu achten.

 

Auch bei Kleinkindern ist der Schutz vor Überstimulation sehr wichtig.

Tobsuchtsanfälle können aus dem natürlichen Entwicklungsprozess hervorgehen. Sie können aber auch durch Reizüberflutung ausgelöst werden.

Kleinkinder tun sich meist noch schwer den Vorgang, der in ihnen bei einer Überstimulation/Reizüberflutung passiert, mit Worten auszudrücken. Es passiert einfach, aus einem noch vor wenigen Minuten heiterem aufgeweckten Kind, wird ein tobender, schreiender Dinosaurier, den man kaum noch bändigen kann.

Wichtig ist hier das überforderte Kind nicht auch noch zu bestrafen bzw. zu tadeln, weil es tobend am Boden liegt, da es komplett überwältigt ist von den zu vielen Wahrnehmungen.

Auch hier ist die sorgfältige Beobachtung des Kindes von enormer Bedeutung, damit die Eltern erkennen lernen, wann es ihrem Kleinkind zu viel wird und was sie ihrem Kind bereits zutrauen können. Und vor allem richtig bei Reizüberflutung zu reagieren.

 

WENIGER ist oft MEHR!

Von den Eltern gut gemeinte mit vielen lustigen Aktivitäten verplante Wochenenden, können einem HSP Kind zu viel werden, wenn es bereits unter der Woche durch Kindergarten und weitere Spielenachmittage oder Kinderkurse stimuliert worden ist.

Als Elternteil ist man dann komplett überrascht, wenn sein Kind beim sonst so erfreuten Praterbesuch wütend am Boden liegt und der Lieblings OMA beim Besuch eher kühl und reserviert „Hallo“ sagt und sich sträubt der Oma ein Küsschen zu geben, - weil es einfach nur RUHE und RÜCKZUG braucht – seine Bedürfnisse aber selbst noch nicht im Vorhinein erkennen und klar ausdrücken kann.

 

 

blumen